
Ein Übersetzer ist kein wandelndes Wörterbuch
Oft werde ich gefragt: „Wie heißt denn nochmal das Wort „XY“ auf Tschechisch?“ oder „Was heißt denn das englische Wort „XY“ auf Deutsch?“ Als Übersetzerin kann ich sagen, dass es unglaublich schwierig ist, auf eine solche Frage augenblicklich zu antworten. Oft fallen einem gleich mehrere Übersetzungsmöglichkeiten ein, die aber immer nur in einem gewissen Kontext verwendet werden.
Um ein einzelnes Wort schnell in eine andere Sprache zu übersetzen, bieten Online-Wörterbücher Hilfe. Doch wer schon einmal eine Übersetzung eines Wortes gesucht hat, stand letztendlich vor dem Problem, dass mehrere Bedeutungen zur Verfügung stehen. Was ist denn nun das richtige Wort? Vielleicht gleich das Erste in der Liste
Die Kunst des Übersetzens liegt darin, das Wort zu finden, das zum Kontext passt. Der Übersetzer muss allerdings noch viel mehr leisten: die Schwierigkeit liegt vor allem darin, aus den einzelnen übersetzten Wörtern in der Zielsprache einen verständlichen Satz zu kreieren, der das sprachliche Niveau des Ausgangstextes widerspiegelt.
Hierbei ist es unumgänglich, den zu übersetzenden Text vollständig zu durchdringen, wobei es von Vorteil ist, wenn man bereits in das betreffende Fachgebiet eingearbeitet ist. Ansonsten wird man sehr große Schwierigkeiten haben, den Text zu übersetzen, ohne dass er in der anderen Sprache holprig klingt oder womöglich falsch interpretiert wird.
Richtig übersetzen
Der Verfasser des Ausgangstextes hat eine bestimmte Mitteilungsabsicht. Die Aufgabe des Übersetzers ist es nun, diese Botschaft dem Leser in der zu übersetzenden Sprache genauso zu vermitteln, dass der Text in der Zielsprache mit den Gedanken des Autors übereinstimmt. Dafür muss unter anderem beachtet werden:
• Mehrdeutigkeiten klären
• Fachwendungen erkennen
• Sprachliche Bilder berücksichtigen
• Redewendungen und Sprichwörter richtig wiedergeben
